Blogger-Special - DIY: Möbel im Shabby-Look

DIY: Möbel im Shabby-Look

Shabby Chic und Do-it-yourself sind zwei Dinge, die hervorragend zusammenpassen. Das dachte sich auch Bloggerin Leonie. Sie selbst bezeichnet sich als Shabby-Chic-Verrückte und zeigt auf Ihrem Blog wie man mit einfachen Mitteln aus alten und ausrangierten Möbeln ganze neue und zauberhafte Vintage-Kunstwerke zaubern kann. Die erfahrene Rheinländerin hat drei der am häufigsten verwendeten Techniken mitgebracht, die ihr Schritt für Schritt nachmachen können. Shabby it yourself!

 

Leonie von Shabby-it-yourself

Mein Name ist Leonie und ich bin begeisterter Fan von DIY-Projekten und Einrichtung im Shabby-Chic-Look. Die meisten Sachen in meinem kleinen Häuschen habe ich über die letzten Jahre selbst gestaltet und es so nach und nach mit Shabby-Chic-Unikaten gefüllt. Ich nutze wirklich jede freie Minute zum Pinseln, Streichen, Basteln und Werkeln und berichte regelmäßig über meine neuesten Projekte und Ideen auf meinem Blog Shabby-it-yourself. Auf diese Weise inspiriere ich meine Leser zu Shabby-Chic-Projekten und gebe ihnen Hilfestellung bei ihren eigenen ersten DIY-Ideen. Übrigens freue ich mich ganz besonders, wenn ich Zuschriften meiner Leser(innen) mit Fotos von ihren ersten, gelungenen Werken bekomme.

 

Die Wahl des Möbelstücks - Eiche Rustikal geht immer!

Meistens geht es damit los, dass ihr ein altes Möbelstück entweder zu Hause habt, auf dem Trödelmarkt findet oder vererbt bekommt. Das alte Schätzchen ist dann meistens noch ganz hübsch und eigentlich viel zu schade, um es wegzuschmeißen. Wäre es doch nicht so furchtbar unmodern! In ganz vielen Fällen handelt es sich dabei um ein Stück aus dem guten alten Eiche-Rustikal-Zeitalter. Der Vorteil: Die Stücke sind beinahe unzerstörbar und haben viele verspielte Details. Wenn man einmal das dunkle Holz ausblendet, dann sind die Formen also eigentlich gar nicht so schlecht.

Wie ihr bei meinem mitgebrachten Beistelltisch-Set sehen könnt, sind die runden Linien sogar sehr hübsch. Ihr ahnt es schon, genau das macht ein Eiche-Rustikal-Möbelstück perfekt für ein Shabby-Chic-Projekt!

 

Vorbereitung & Grundierung

Selten sind die Lackierungen von Eiche-Rustikal-Möbeln so sehr beschädigt, dass sie vollständig abgeschliffen werden müssen. In den meisten Fällen hat der Lack nur einige Macken und es reicht völlig, wenn ihr die Oberflächen gründlich reinigt. Das geht am besten mit Anlauger und Entfetter. Weniger aggressiv ist ein guter Fettlöser. Im Zweifelsfall könnt ihr noch einmal leicht mit Schleifpapier anrauen. Meine drei Tischchen habe ich in der Tat nur sehr gut mit einem Scheuerschwamm und einem stark fettlösenden Mittel bearbeitet und abgetrocknet.

Ihr fragt euch, ob ihr grundieren müsst und wenn ja, mit was? Ich kann euch sagen: Eine Grundierung ist in der Regel einer der wichtigsten Schritte bei eurem Projekt und sollte sehr gewissenhaft ausgeführt werden! Denn je nach Material und Vorbehandlung kann sich der frische Anstrich ganz unschön verfärben. Eiche Rustikal ist in dieser Hinsicht besonders gefährdet, da die enthaltenen Gerbsäuren in Verbindung mit frischer Farbe in gelben Flecken resultieren.

Meine Tischchen habe ich mit einer Grundierung gestrichen, die gleichzeitig auch als Versiegelungslack verwendet werden kann. Dabei handelt es sich um einen matten und farblosen Lack auf Wasserbasis. Mit einem mittelgroßen Pinsel waren die drei Tischchen schnell gestrichen. Danach ist es ganz wichtig die Grundierung 24 Stunden trocknen zu lassen, damit später keine Flecken durchschlagen.

 

Kreidefarbe

Wenn ihr mit der Grundierung erst einmal fertig seid, dann sind eurer Fantasie quasi keine Grenzen mehr gesetzt und ihr könnt euch nach Lust und Laune kreativ austoben!
Bei mir war der nächste Bearbeitungsschritt bei allen drei Exemplaren der gleiche. Mit einer weißen Kreidefarbe habe ich die Tischchen komplett angestrichen. Für einen deckenden Anstrich sind dabei bei allen Farben grundsätzlich zwei Anstriche notwendig. Für dieses Projekt habe ich kein reines Weiß verwendet, sondern ein „Altweiß“, was den Shabby Look ein wenig authentischer macht.

Nice to know ... Wieso aber habe ich Kreidefarbe anstelle von ganz normalem Acryllack verwendet? Kreidefarbe eignet sich einfach besonders gut für solche Projekte, weil sie im Ergebnis sehr schön matt und pudrig wirkt und weil sie sich sehr gut abschleifen lässt. Kreidefarbe hat aber auch den Nachteil, dass sie sehr empfindlich bleibt. Sie muss deshalb immer auch noch abschließend versiegelt werden.
 

Shabby it Yourself! – Serviettentechnik

Bei dem mittelgroßen Tischchen habe ich die von mir sogenannte Holz-Lack-Methode mit Serviettentechnik kombiniert. Die Holz-Lack-Methode gehört zu den einfachsten Techniken, einem alten Möbelstück ein Shabby-Chic-Aussehen zu verleihen. Hier wird mit nur einer Farbe gearbeitet, die direkt auf das Holz aufgetragen wird. Da ich das Tischchen bereits weiß gestrichen hatte, war der erste Schritt schon getan.

Damit das Tischchen nicht ganz so langweilig wirkt, habe ich dann noch ein hübsches Muster auf die gesamte Tischfläche appliziert. Dazu habe ich mich der sehr einfachen und kostengünstigen Methode der Serviettentechnik bedient. Dabei löst man die oberste sehr dünne Schicht einer beliebigen Serviette ab und klebt sie mit einem speziellen Kleber und einem weichen Pinsel auf. Das funktioniert auf allen möglichen Oberflächen, auf Holz, Glas, Keramik und vielen mehr, man benötigt nur den richtigen Kleber.

Für mein Tischchen habe ich eine hübsche Serviette mit Rosenmotiven gewählt. Diese habe ich Stück für Stück über die gesamte Tischplatte und vereinzelt an die Tischbeine geklebt. Bei größeren Flächen kann es euch passieren, dass die Serviette kleine Falten schlägt. Ich finde das nicht schlimm, da das den Vintage-Charakter eures Möbelstücks gut unterstützt.

Leonie‘s Tipp: Kleine Motive aus der Serviette lieber ausreißen, da beim Ausschneiden die Ränder immer etwas stärker sichtbar bleiben.

Nachdem der Kleber gut getrocknet war, habe ich dann die Ecken, Kanten und Flächen des Tisches mit etwas Schleifpapier bearbeitet, um ein abgenutztes Vintage-Aussehen zu erzeugen. Die Intensität der Gebrauchsspuren bleibt ganz eurem Geschmack überlassen. Ich habe einen eher dezenten Shabby-Effekt gewählt und bin dabei auch über die aufgeklebten Servietten gegangen. Beim Schleifen der aufgeklebten Motive müsst ihr zwar etwas vorsichtig sein, aber hier lassen sich genauso gute Abnutzungseffekte erzeugen wie auf der nackten Kreidefarbe.

Nach dem Entstauben des Tischchens musste dann nur noch versiegelt werden. Da der getrocknete Serviettenkleber ohnehin schon wie ein Klarlack wirkt, fiel meine Wahl auf einen matten Klarlack. Der versiegelt noch einmal zusätzlich die aufgeklebten Servietten und die Oberflächen sind sehr gut gegen Verschmutzungen und Feuchtigkeit geschützt.

 

Shabby it Yourself! – Schablonentechnik

Für mehr Farbe auf euren Shabby-Chic- und Vintage-Objekten kann ich euch die Multi-Schicht-Methode empfehlen. Dabei werden unterschiedliche Farbschichten übereinander aufgetragen, sodass bei einem späteren Durchschleifen gleich mehrere Farben sichtbar werden. Dazu habe ich Teile meines zweiten Tischchens noch einmal mit Blau und dann mit Rosa überstrichen und abschließend noch Verzierungen mit einer Schablone in Rosa aufgebracht. Bei dem anschließenden Schleifen wurde an den Ecken und Kanten dann nicht nur das Holz wieder sichtbar, sondern auch jeweils alle weiteren Farbschichten darunter.

Shabby it Yourself! – Schablonentechnik - Bild 1
Shabby it Yourself! – Schablonentechnik - Bild 2

Versiegelt habe ich das Tischchen dann abschließend mit farblosem Möbelwachs. Das schützt nicht ganz so gut wie ein Klarlack, ist aber sehr matt und passt somit optimal zum Shabby-Chic-Look.
Die Technik mit Farbschichten und Schablonen sorgt meistens für ein besonders lebendiges Aussehen. Bei meinem Objekt kann man an den Beinen oben nun das dunkle Holz, den weißen Voranstrich, den blauen Zwischenanstrich und natürlich die rosa Deckfarbe erkennen. Das ergibt ein ganz besonders spannendes Farbenspiel.

Shabby it Yourself! – Schablonentechnik - Bild 4
 

Shabby it Yourself! – Krakeliertechnik

Das dritte Tischchen habe ich zunächst auch teilweise mit einer zweiten Farbe gestrichen, um es etwas interessanter zu gestalten. Nach dem obligatorischen Anschleifen von Ecken und Kanten habe ich dann zu einer Krakeliermethode gegriffen, die in zwei Schritten funktioniert.
Im ersten Schritt habe ich großzügig einen Basislack aufgetragen und gut trocknen lassen. Danach habe ich einen zweiten sehr dickflüssigen Lack aufgetragen und das Tischchen danach schnell in die Sonne gestellt. Denn bei zugeführter Wärme wird das Ergebnis noch deutlicher. Beim Trocknen bilden sich nämlich feine Risse in der Oberfläche. Je schneller der Lack trocknet, desto deutlicher werden dabei die Risse. Auf diese Weise hat sich ein Muster auf der Oberfläche ergeben, das aussieht, als wäre der aufgetragene Lack sehr alt und schon verwittert. Sicherlich kennt Ihr die Optik von Glasuren auf alter Keramik.

Shabby it Yourself! – Krakeliertechnik - Bild 1
Shabby it Yourself! – Krakeliertechnik - Bild 3

Um dieses Muster noch besser sichtbar zu machen, habe ich dann mit dunklem Möbelwachs gearbeitet und dieses in die feinen Vertiefungen gerieben. Ich mag den Effekt von dunklem Wachs sehr gerne, denn er gibt den Oberflächen noch einmal zusätzlich ein sehr strukturiertes Aussehen. Ob in den Vertiefungen der krakelierten Oberfläche oder in den Pinselspuren der Kreidefarbe, dunkles Wachs kann Strukturen wunderbar betonen und wirkt dabei wie eine Patina, die sich über viele Jahre erst bilden musste.

Nach dem Auftrag des dunklen Wachses habe ich dann noch einmal mit farblosem Möbelwachs nachgearbeitet und so auch dieses Tischchen für den Alltagsgebrauch versiegelt.