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Parmigianino

Parmigianino

Parmigianino – Meister des Manierismus und als „neuer Raffael“ gefeiert

Von einigen Kunsthistorikern wird Parmigianino als einer der gefühlvollsten Maler des italienischen Manierismus bezeichnet. Bereits Zeitgenossen erkannten sein großes, sensibles Talent, weshalb man ihn zu Lebzeiten gar als den „neuen Raffael“ bezeichnete. Was aber machte den Künstler zu einem solchen Talent, dass er bis zum heutigen Tage gefeiert und verehrt wird? Er verstand es, raffinierte und technisch versierte Kompositionen zu erschaffen, seine Figuren und Porträtierten erschienen grazil, teilweise gar durchscheinend und zerbrechlich, doch immer voller Anmut und Schönheit. Besonders die stark in die Länge gezogenen Körperteile einiger seiner Frauenfiguren sowie sein „Selbstporträt im konvexen Spiegel“, lassen ihn eindeutig als Vertreter des Manierismus identifizieren, eine Kunstrichtung des 16. Jahrhunderts, in der sich Künstler bewusst von harmonischen Kompositionen abwendeten.

Parmigianino, der eigentlich Girolamo Francesco Maria Mazzola hieß, wurde am 11. Januar 1503 in Parma geboren. Er entstammte einer Handwerker- und Künstlerfamilie, so waren seine beiden Onkels ebenfalls Maler. Nach dem Tod des Vaters wuchs Parmigianino bei einem dieser Onkel auf, der das künstlerische Talent des Neffen erkannte und förderte. Der Onkel wurde im Jahre 1515 damit beauftragt, die parmaische Kirche San Giovanni mit Fresken auszuschmücken, wobei er von dem jungen Parmigianino unterstütz wurde.

Nach einem Aufenthalt in Viadana reiste der Künstler 1524 nach Rom, wo er bereits als neuer Raffael gefeiert wurde. Obwohl er einen wichtigen Auftrag des Papstes erhielt, floh er, wie zahlreiche andere Künstler, während der Plünderung Roms 1527 und fand in Bologna eine neue Bleibe. Dort verlebte er eine äußerst produktive Zeit und erhielt zahlreiche Aufträge, unter anderem entstand in diesen Jahren das Porträt Kaiser Karl V.

1531 kehrte er in seine Heimatstadt Parma zurück, wo er den Auftrag erhielt, die Apsis sowie das Tonnengewölbe der neu erbauten Kirche Santa Maria della Steccata zu malen. Die Arbeiten verzögerten sich, nicht nur, weil sich Parmigianino in der gleichen Zeit die Alchemie für sich entdeckte. 1538 vollendete er zwar die Apsis, wurde aber trotz dessen von seinem Auftraggeber, der Kirche, entlassen. Vermutlich ob dieser Demütigung verzog er nach Casalmaggiore bei Parma, wo Parmigianino am 24. August 1540 mit nur 37 Jahren verstarb.

Parmigianino:

  • geboren am 11.1.1503 in Parma, Italien
  • zählt zu den Großmeistern des Manierismus und wurde bereits von Zeitzeugen als „neuer Raffael“ bezeichnet
  • bedeutende Werke: „Selbstporträt im konvexen Spiegel“, „Bildnis einer jungen Dame, genannt Anthea“, „Maria mit Kind“
  • gestorben am 24.8.1540 in Casalmaggiore, Italien

 

Parmigianino und der Manierismus

Der italienische Maler Parmigianino gilt heute als einer der bedeutendsten Vertreter des Manierismus. Diese Kunstrichtung entwickelte sich zunächst im Italien des 16. Jahrhunderts, verbreitete sich in den folgenden Jahren jedoch auch in Frankreich, Deutschland, den Niederlanden und Flandern. Da sich die ziemlich gleichzeitig vorherrschende Kunstrichtung der Renaissance hauptsächlich auf Italien beschränkte, wird behauptet, der Manierismus sei die erste gesamteuropäische Kunstströmung gewesen. Charakteristisch für diese ist die Abkehr von den harmonischen und idealisierten Darstellungen der Renaissance. Die Künstler, darunter auch Parmigianino, wirkten dem entgegen, indem sie Proportionen gezielt entfremdeten; Arme, Beine und Hälse wurden in die Länge gezogen, menschliche Körper wurden unmöglich verdreht und die Perspektive wurde bewusst außer Acht gelassen. Besonders gut erkennbar sind diese künstlerischen Mittel bei Parmigianinos Bild „Madonna mit dem langen Hals“. Nicht nur der Hals der Madonna ist, wie der Name des Werkes schon verrät, verlängert und verzerrt, auch ihre restlichen Gliedmaßen sowie das Jesuskind, das sie in den Armen hält, wurden in die Länge gezogen. Dadurch wollte der Künstler die übertriebene Eleganz der Figuren sichtbar machen.

 

Bekannte Werke Parmigianinos entdecken: „Selbstporträt im konvexen Spiegel“

Das sicherlich bekannteste, und natürlich auch im Sinne des Manierismus geschaffene Werk Parmigianinos ist das „Selbstporträt im konvexen Spiegel“. Das im Jahre 1524 entstandene Gemälde ist kreisförmig und zeigt das konvexe Spiegelbild des Künstlers selbst. Durch den Konvexspiegel wird das gesamte Bild verzerrt, die Hand, die im Vordergrund sichtbar ist, wirkt riesig, im Hintergrund erscheint alles kleiner, undeutlicher. Fast scheint es, als wollte Parmigianino mit seiner Hand einen Bezug zum Betrachter schaffen. Ob ihm das gelang, kann man mit den hochwertigen Reprodrucken von Posterlounge herausfinden. Diese zeigen sowohl das „Selbstporträt im konvexen Spiegel“ als auch zahlreiche andere Werke des herausragenden Künstlers Parmigianino.