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Manierismus

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Manierismus – Experimentierfreude zwischen Renaissance und Barock

Das 16. Jahrhundert war gezeichnet von tiefgreifenden Umbrüchen, die nachhaltig auf den ganzen europäischen Kulturkreis wirkten. Die Wiederentdeckung Amerikas brachte große wirtschaftliche Veränderungen, Reformation und Gegenreformation änderten sowohl politische als auch ideologische Zustände und Kopernikus’ Lehren begründeten ein wissenschaftliches Umdenken. Nicht zuletzt galt in der Kunst mit dem Tod Raffaels im Jahr 1520 die Blütezeit der Renaissance als beendet. Zeit für etwas Neues!

Obwohl der Manierismus oft als Übergang zwischen Renaissance und Barock bezeichnet wird, ist er kulturgeschichtlich doch als die erste gesamteuropäische Bewegung in Literatur und Kunst zu sehen. Hatte die Renaissance noch vollkommene Harmonie in der Abbildung der Natur angestrebt und meisterhaft erreicht, so wendete sich der Manierismus nun genau gegen diese naturgetreue Darstellungsform.

Die Kunst des Manierismus sollte die Natur nicht mehr nachahmen, sondern über ihr stehen. Die Malerei ist nicht länger ein Spiegel der Welt, sondern wird mehr und mehr zum Zerrspiegel. Proportionen und Perspektiven werden mit großer Experimentierfreude verzerrt, Figuren werden oft verschlungen und verdreht. Dazu kommt häufig eine ungewöhnliche, nicht natürliche Farbgebung. Im wilden Stilmix verlieren Regeln und Traditionen an Bedeutung, die Eigenheiten der Künstler treten stärker in Erscheinung. Ihre Bilder wirken damit absichtlich „gekünstelt“ – manieriert eben.

Stilmerkmale des Manierismus:

  • Form der Spätrenaissance im 16. Jahrhundert
  • Begriff erstmals 1792 geprägt
  • Verstoß gegen die Regeln der Renaissance
  • Typische Werke wirken unnatürlich, gekünstelt und eitel
  • Berühmtestes Werk: „Madonna mit dem langen Hals“ (1535, Parmigianino)

Die spielerischen Experimente der Manierismus Malerei sind als Kunstdruck auf Leinwand oder als Kunstposter noch heute faszinierende Hingucker. Manieristische und exzentrische Elemente für die Wanddekoration finden sich in der umfassenden Auswahl in unserer bunten Manierismus Kategorie.

Verschobene Proportionen, perspektivische Spiele und Blumenköpfe

Es fällt nicht immer auf den ersten Blick auf, aber die meisten Bilder aus dem Manierismus spielen mit der natürlichen Welt und verfremden sie auf kunstvolle Weise. Beim Betrachten der Gemälde und Zeichnungen entsteht so oft der Eindruck, dass irgendetwas nicht stimmt. Das kann in Szenen oder Portraits vielleicht eine gewisse Zweidimensionalität in der Darstellung sein, die mit Flächen und Perspektiven spielt.

Die Farben wirken merkwürdig oder unpassend, die Augen der Figuren sind ein wenig zu groß, die Finger in unnatürlicher Haltung verdreht oder der Hals ungewöhnlich lang. Menschen sind nicht verherrlichend schön gemalt, sondern eher mit leicht verschobenen Proportionen dargestellt und oft sogar mit betonten Makeln behaftet.

Das geht natürlich auch auffälliger. So zum Beispiel in den bekannten Darstellungen der Jahreszeiten von Guiseppe Arcimboldo. Betont künstlich fängt der Künstler hier Symbole der Jahreszeiten oder anderer abstrakter Konzepte als Bausteine für das Porträt eines Menschen ein. So entstehen aus Blumen, Blättern, Wurzeln und Früchten faszinierende, collagenhafte Köpfe – die perfekte Verbindung von Mensch und Natur im übertrieben künstlichen Stil des Manierismus.

Wanddekoration mit der rätselhaften Faszination des Manierismus

Eines der berühmtesten Gemälde des Manierismus zeigt das subtile, gerade so auffallende Spiel mit Perspektiven und Proportionen: Das heute im Pariser Louvre ausgestellte Doppelportrait eines unbekannten Malers zeigt „Gabrielle d’Estrées und eine ihrer Schwestern“, die der vermeintlich Schwangeren in der Badewanne symbolisch an die Brust fasst. Eingerahmt vom roten Vorhang wie auf einer Theaterbühne ist im etwas zu tiefen Hintergrund eine Bedienstete und das Bild eines nackten Mannes zu sehen.

Von Bildern wie diesem, die genauso kunstvoll wie ausgeklügelt mit den bis dahin geltenden Konventionen der Malerei spielen, geht noch heute eine rätselhafte Faszination aus. Als Dekoration an der Wand ziehen die geheimnisvollen Werke die Blicke auf sich – auch ein zweites und drittes Mal. Die künstlerisch verspielte Atmosphäre des Manierismus wirkt sich von günstigen Postern und klassischen Leinwanddrucken auf den ganzen Raum aus.

Berühmte Künstler des Manierismus:

  • Parmigianino
  • Jacopo da Pontormo
  • Giuseppe Arcimboldo
  • Agnolo Bronzino
  • El Greco

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