Ab sofort kostenloser Versand & Rückversand innerhalb Europas

Manierismus

Sortierung:
  • Beliebtheit
  • Neuheiten

Manierismus – Experimentierfreude zwischen Renaissance und Barock auf Kunstpostern

Das 16. Jahrhundert war gezeichnet von tiefgreifenden Umbrüchen, die nachhaltig auf den ganzen europäischen Kulturkreis wirkten. Die Wiederentdeckung Amerikas brachte große wirtschaftliche Veränderungen, Reformation und Gegenreformation änderten sowohl politische als auch ideologische Zustände und Kopernikus’ Lehren begründeten ein wissenschaftliches Umdenken. Nicht zuletzt galt in der Kunst mit dem Tod Raffaels im Jahr 1520 die Blütezeit der Renaissance als beendet. Zeit für etwas Neues also. Obwohl der Manierismus oft als Übergang zwischen Renaissance und Barock bezeichnet wird, ist er kulturgeschichtlich doch als die erste gesamteuropäische Bewegung in Literatur und Kunst zu sehen. Hatte die Renaissance noch vollkommene Harmonie in der Abbildung der Natur angestrebt und meisterhaft erreicht, so wendete sich der Manierismus nun genau gegen diese naturgetreue Darstellungsform. Die Kunst sollte die Natur nicht mehr nachahmen, sondern über ihr stehen. Die Malerei ist nicht länger ein Spiegel der Welt, sondern wird mehr und mehr zum Zerrspiegel. Proportionen und Perspektiven werden mit großer Experimentierfreude verzerrt, Figuren werden oft verschlungen und verdreht. Dazu kommt häufig eine ungewöhnliche, nicht natürliche Farbgebung. Im wilden Stilmix verlieren Regeln und Traditionen an Bedeutung, die Eigenheiten der Künstler treten stärker in Erscheinung. Ihre Bilder wirken damit absichtlich „gekünstelt“ – manieriert, eben. Die spielerischen Experimente des Manierismus sind als Kunstdruck auf Leinwand oder als Kunstposter noch heute faszinierende Hingucker. Manieristische und exzentrische Elemente für die Wanddekoration findet sich in der umfassenden Auswahl auf Posterlounge.de.

Verschobene Proportionen, perspektivische Spiele und Blumenköpfe

Es fällt nicht immer auf den ersten Blick auf, aber die meisten Bilder aus dem Manierismus spielen mit der natürlichen Welt und verfremden sie auf kunstvolle Weise. Beim Betrachten der Gemälde und Zeichnungen entsteht so oft der Eindruck, dass irgendetwas nicht stimmt. Das kann in Szenen oder Portraits vielleicht eine gewisse Zweidimensionalität in der Darstellung sein, die mit Flächen und Perspektiven spielt. Die Farben wirken merkwürdig oder unpassend, die Augen der Figuren sind ein wenig zu groß, die Finger in unnatürlicher Haltung verdreht oder der Hals ungewöhnlich lang. Menschen sind nicht verherrlichend schön gemalt, sondern eher mit leicht verschobenen Proportionen dargestellt und oft sogar mit betonten Makeln behaftet. Das geht natürlich auch auffälliger. So zum Beispiel in den bekannten Darstellungen der Jahreszeiten von Guiseppe Arcimboldo. Betont künstlich fängt der Künstler hier Symbole der Jahreszeiten oder anderer abstrakter Konzepte als „Bausteine“ für das Porträt eines Menschen ein. So entstehen aus Blumen, Blättern, Wurzeln und Früchten faszinierende, collagenhafte Köpfe – die perfekte Verbindung von Mensch und Natur im übertrieben künstlichen Stil des Manierismus.

Wanddekoration mit der rätselhaften Faszination des Manierismus

Eines der berühmtesten Gemälde des Manierismus zeigt das subtile, gerade so auffallende Spiel mit Perspektiven und Proportionen: das heute im Pariser Louvre ausgestellte Doppelportrait eines unbekannten Malers zeigt „Gabrielle d’Estrées und eine ihrer Schwestern“, die der vermeintlich Schwangeren symbolisch an die Brust fasst, in einer Badewanne. Eingerahmt vom roten Vorhang wie auf einer Theaterbühne ist im etwas zu tiefen Hintergrund eine Bedienstete mit Kind zu sehen. Von Bildern wie diesem, die genauso kunstvoll wie ausgeklügelt mit den bis dahin geltenden Konventionen der Malerei spielen, geht noch heute eine rätselhafte Faszination aus. Als Dekoration an der Wand ziehen die geheimnisvollen Werke die Blicke auf sich – auch ein zweites und drittes Mal. Die künstlerisch verspielte Atmosphäre des Manierismus wirkt sich von Leinwand oder Poster auf den ganzen Raum aus.