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Präraffaeliten

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Präraffaeliten: Eine studentische Bewegung sehnt sich zurück ins Mittelalter

Wir befinden uns im Vereinigten Königreich des 19. Jahrhunderts. Das Land wird geführt von Königin Victoria. Die Malerei befindet sich im Einklang mit akademischen Traditionen. Festgefahren und aussichtslos bezeichnen einige Studenten der Royal Academy of Arts diese Form der Kunst und sehnen sich nach mehr Natürlichkeit in der Kunst, so wie sie vor der Renaissance, vor dem Einfluss Raffaels vorzufinden war. Zum Zweck der Erschaffung authentischer und freier Kunst gründen sieben von ihnen eine Bruderschaft und nennen sich fortan Präraffaeliten.

Auslöser der anfänglichen Ablehnung der Kunst Raffaels ist das Werk „Die Verklärung“. Die Präraffaeliten kritisieren den übertriebenen theatralischen Gehalt bei fehlender Spiritualität. Sie orientieren sich zurück zu den italienischen Malern des Mittelalters, in denen die Natürlichkeit eines Bildes noch im Vordergrund stand. Verbunden mit diesem Anspruch entsteht der Drang aus den Lehren der Akademie auszubrechen, um stattdessen etwas Bedeutsames zu schaffen und die Menschen zum Nachdenken anzuregen.

Erwartungsgemäß stoßen die Werke der Bewegung auf Kritik. Die ersten wohlwollenden Worte gib es erst zu John Everett Millais Werk „Ophelia“ von 1952, das aufgrund seiner vielen Details und Symbole wahrlich ein charakterisierendes Werk der Präraffaeliten darstellt. Trotz einer naiven Zielsetzung und den völlig verschiedenen Stilen der Gründer hinterlassen die Bilder in der Öffentlichkeit einen nachhaltigen Eindruck und prägen eine völlig neue Bewegung.

Bereits nach fünf Jahren sind die Gründer der Präraffaeliten aufgrund verschiedener Verpflichtungen gezwungen, ihre Bruderschaft aufzugeben. Ihre Ideale haben allerdings auch in anderen Köpfen Früchte getragen und so bekommt der Präraffaelismus in der zweiten Generation neuen Schwung.

Übersicht der Bewegung:

  • Britische Kunstströmung in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts
  • Mitbegründer: Dante Gabriel Rossetti, John Everett Millais, William Holman Hunt
  • Ursprung: Ablehnung der Werke Raffaels und der Renaissance
  • Rückbesinnung auf einen freien und natürlichen Stil des Mittelalters unter Einfluss aktueller Gesellschaftskritik
  • Wichtigste Vertreter der 2. Generation: Edward Burne-Jones, William Morris

P.R.B. – das Rätsel um die Präraffaeliten

Mitte des 19. Jahrhunderts tauchen plötzlich in vielen Londoner Ausstellungen Gemälde auf, die mit dem Kürzel P.R.B. gekennzeichnet sind. Obwohl die Herkunft der Bilder nicht bekannt ist, bekommen sie trotz unkonventionell lebendigen Farben und einer besonders natürlichen Darstellung der Figuren viel Anerkennung und finden sogar einen Käufer. Nach der Enthüllung des Kürzels als Pre-Raphaelite-Brotherhood, zu deutsch Bruderschaft der Präraffaeliten, werden auch negative Stimmen laut. In darauffolgenden Ausstellungen werden Trivialität und fehlende Idealisierung stark kritisiert.

Dank dem nicht abbrechenden Enthusiasmus der Präraffaeliten, genießen die lebendigen Werke heute ein positives Ansehen und eine entsprechende Popularität. Der revolutionäre Charakter der Bilder kommt an und steht symbolisch dafür, dass es sich lohnt, für seine Ideale und Träume einzustehen. Auf authentischer Leinwand setzt ein präraffaelitisches Werk auch ein Statement in den eigenen vier Wänden.

Die Auflösung der Präraffaeliten: Eine gescheiterte Revolution?

Die Präraffaeliten scheuen keine Mühe, um ihren Anspruch an die Natürlichkeit voll und ganz abzubilden. William Holman Hunt reist zum Toten Meer, um für sein Bild „Der Sündenbock“ die Landschaft realistisch einzufangen. Das wegen seiner religiösen Trivialität verurteile Gemälde „Christus im Haus seiner Eltern“ kostet Millais viele Stunden zur Beobachtung von Tischlern. Von 1948 bis 1953 stehen sieben sehr unterschiedliche Charaktere für ein gemeinsames Ziel ein.

Nach der Auflösung der Präraffaeliten werden ihre Werte von Mitbegründer Dante Gabriel Rossetti am Leben erhalten. Einige seiner Studenten teilen seine Vorstellungen, darunter auch Edward Burne-Jones, der die zweite Generation maßgeblich prägt und heute als einer der einflussreichsten Neu-Präraffaeliten gilt. Unter seinem Einfluss lassen seine Anhänger von Motiven des Mittelalters ab und konzentrieren sich mehr auf die Sinnlichkeit, wie es bei vielen italienischen Malern der Frührenaissance zu finden ist.

Der Präraffaelismus prägte vor allem die viktorianische Architektur Großbritanniens. Darüber hinaus werden die floralen Elemente des Jugendstils und auch die Entstehung des Symbolismus seinem Einfluss zugesprochen. Überzeugen Sie sich selbst und entdecken Sie von Shakespeare inspirierte Szenen, mit gotischen Formen versehene Motive und die einzigartige Schönheit viktorianischer Frauen auf den Meisterwerken der Präraffaeliten.